Die Erfindung der Stimmgabel

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Es war im Jahr 1550 in Pavia. Girolamo Cardano war damals 49 Jahre alt. Er war als uneheliches Kind geboren worden und hatte sich zu einem Universalgelehrten hochgearbeitet: Beschrieben wird er als Mathematiker, Arzt und Astrologe. Im Jahr 1550 erkannte er jedenfalls als Erster, dass man Schall über die Kopfknochen wahrnehmen kann.

Wenige Jahre später erkannt beschrieb Hieronymus Capivacci den Einsatz eines Metallstabes, um zwischen Innenohrtaubheit und Schallleitungstaubheit zu unterscheiden: Das Ende des Eisenstabs wurde auf die Zähne des tauben Patienten gelegt, das andere auf die Saiten einer Zither. Hörte der Patient die Töne des Instruments, so musste eine Erkrankung des Trommelfells vorliegen. Hörte der Patient die Töne nicht wahr, ging er von einer Erkrankung im Labyrinth aus.

Über 100 Jahre später erweiterte der deutsche Arzt G. Chr. Schelhammer mit einer einfachen Gabel aus dem Essbesteck, die er durch Anschlagen zum Klingen brachte, die Versuche von Cardano und Capivacci. Die Stimmgabel wurde dann erst von John Shore im Jahr 1711 erfunden. Er war kein Arzt, sondern spielte in London – angeblich unter H. Purcell und G. F. Händel – Trompete und Laute.

 

Bild: Bigstock, Penywise

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