Lebensqualität für Krebskranke

Dr. Härtling Biologische Tumortherapie m Frau Dr. Caroline Härtling

Dr. med. Caroline Härtling hat sich auf die biologische Krebstherapie spezialisiert. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin in Graz bietet verschiedene Therapien an, um eine Chemotherapie oder Bestrahlung erträglicher zu machen. Lebensqualität ist ein wichtiges Stichwort für sie.

 

Frau Dr. Härtling, Sie bieten begleitende Krebstherapien an, die Operation, Chemotherapie und Bestrahlung unterstützen bzw. ergänzen. Das heißt, Ihre Patienten müssen sich gar nicht für oder gegen die Schulmedizin entscheiden? Sie arbeiten mit Kliniken zusammen, die schulmedizinisch behandeln?

Dr. Härtling: Das wäre schön! Aber in Wirklichkeit findet leider kaum eine Kooperation statt. Ich persönlich habe wirklich nur negative Erfahrungen mit Kliniken gemacht. Die Ärzte dort sagen den Patienten entweder, dass eine biologische Krebstherapie nichts nützt oder sogar, dass sie schadet. Die Patienten werden verunsichert, teilweise wirklich massiv verunsichert.

 

Aber es kommen trotzdem Patienten zu Ihnen?

Dr. Härtling: Ja, natürlich. Sie kommen, weil sie irgendwann doch ausprobieren wollen, ob ihnen naturheilkundlich geholfen werden kann. Die Anlässe dafür sind meistens, dass der Krebs sich verschlechtert hat, dass neue Metastasen da sind oder dass die Patienten von der Therapie sehr stark geschwächt sind. In solchen Situationen kommen die meisten dann auf eigene Faust zu mir.

 

Wie werden Sie gefunden?

Dr. Härtling: Zu 70-80 Prozent über meine Homepage, der Rest sind Empfehlungen, Mund-zu-Mund-Propaganda also. Überweisungen von anderen Ärzten bekomme ich nie. Ich sehe da wirklich keinen Lichtblick. Woran das liegt, kann ich nicht genau sagen. Eine wesentliche Rolle spielt meiner Ansicht nach die Tatsache, dass die Chemotherapie auch ein sehr lukratives Geschäft darstellt.

 

Können Sie die Krebspatienten heilen, die zu Ihnen kommen? Oder welche Ziele haben diese begleitenden Therapiemaßnahmen? Und welche Ziele sind überhaupt realistisch?

Dr. Härtling: Heilen, nein. Eine Heilung vom Krebs ist leider äußerst selten. Realistisch ist, dass eine naturheilkundliche Behandlung die Lebensqualität verbessern kann. Die Patienten bekommen wieder mehr Kraft, haben mehr Appetit und weniger Schmerzen. Dadurch verlängert sich die Zeit, die ihnen noch bleibt. Ich habe kürzlich ein wirklich krasses Beispiel erlebt. Ein Mann mit Melanom, bei dem sich schon überall Metastasen gebildet hatten. Die Klinik hatte ihn nach Hause geschickt, er sollte dort wohl auf das Ende warten. Er kam zu mir und probierte alles, was möglich war. Dabei war er sehr compliant, hielt sich also streng an die Therapiehinweise. Dieser Mann, den man eigentlich schon aufgegeben hatte, lebte noch 2,5 Jahre. Und er lebte wirklich, machte noch einige Kurzurlaube und so. Als er sich bei mir dafür bedankte, hatte er Tränen in den Augen vor Dankbarkeit. Das sind Situationen, die man nicht vergisst.

 

Ok, verstanden. Lebensqualität ist für Sie…

Dr. Härtling: Lebensqualität kann für einen Krebspatienten bedeuten, dass er psychisch ausgeglichener ist, mehr Interesse hat und – wie mir Angehörige oft berichten – dass er wieder aktiver wird. Die Chemotherapie laugt die Patienten aus, die Nebenwirkungen sind, als würde man in ein großes Loch fallen. Die begleitende naturheilkundliche Therapie kann dafür sorgen, dass sich das wieder ändert. Der Appetit steigt, die Zuversicht wächst, die Kraft kommt zurück und neue Energie entsteht. Auch die Schmerzen sind dann nicht mehr so stark.

 

Können Sie erklären, was für Maßnahmen Sie anwenden, um diese Ziele zu erreichen?

Dr. Härtling: Ich mache immer ein Immunscreening, eine Laboruntersuchung, um mehr über den Zustand des Immunsystems zu erfahren. Das Testergebnis ist eine Quantifizierung und eine Qualifizierung der vorhandenen Immunzellen. Ich weiß dann also, welche Immunzellen in welcher Anzahl im Blut sind. Diese Werte sind die Grundlage für jeden individuellen Therapieplan. Der enthält immer Heilpilze wie Maitake oder Ling Zhi, um das geschwächte Immunsystem wieder zu stärken. Oft kommt eine Thymustherapie hinzu, auch Vitamin C in Hochdosis wirkt in vielen Fällen sehr gut. Ganz wichtig sind auch Ausleitungstherapien, Entgiftungen also. Manchmal setze ich Hyperthermie ein, immer sprechen wir über Ernährung und meistens spielt auch die Psyche eine Rolle. Und orthomolekulare Mittel.

 

Gibt es die typische Ernährung gegen Krebs?

Dr. Härtling: Meistens ist es wichtig, die Kohlenhydrate zu reduzieren. Krebszellen brauchen Kohlehydrate, also stellen wir ihnen möglichst wenig davon zur Verfügung. Praktisch heißt das, man isst weniger Zucker, Brot und Nudeln und mehr Gemüse, Obst und Salat. Säfte, Ingwer, Rote Rüben – das sind typische gute Nahrungsmittel. Die Brötchen mit Marmelade, das panierte Schnitzel, das Gebäck oder das Schinkenbrot am Abend sind dagegen nicht so empfehlenswert.

 

Und die Psyche?

Dr. Härtling: Ja, da ist die Therapie sehr individuell. Psychische Probleme sind ja oft auch ein sehr sensibles Thema, über das man selten spricht. Viele meiner Patienten freuen sich und sind dankbar, wenn ihnen endlich mal jemand zuhört und Zeit für sie hat.

 

Sehen Sie denn psychische Probleme als Krebsursache?

Dr. Härtling: Diese Frage kann man nicht beantworten. Psychische Probleme schwächen auf jeden Fall. Egal, ob sie durch die Krankheit entstanden sind oder schon vorher da waren. Andererseits ist mir wichtig, dass man in jeder Phase des Lebens lernen kann, das eigene Leben positiv zu verändern.

 

Letzte Frage, können Sie Patienten helfen, bei denen eine Präkanzerose festgestellt wurde? Also zum Beispiel eine Hautveränderung, die ein erhöhtes Risiko für ein Melanom bedeutet. Oder ein Gebärmutterhals-Abstrich, der als PAP III oder IV bezeichnet wird. Was raten sie diesen Menschen?

Dr. Härtling: Man kann bei solchen Diagnosen durchaus etwas machen, man muss die Patienten nicht mit ihrem mulmigen Gefühl alleine lassen. Immunstärkende Maßnahmen sind immer gut. Ich habe schon einige interessante Fälle erlebt, zum Beispiel eine Frau, bei der der PAP-Wert mit den Jahren immer höher stieg. Nach der Behandlung ist er dann auf PAP II zurückgegangen. Meiner Überzeugung nach lohnt es sich, in solchen Situationen eine Behandlung zu versuchen.

 

Danke, das klingt gut!

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