Spinat – und die Mär vom Eisenreichtum

Bild bigstock, Foto dionisvera, Spinat und Eisen

Seit vielen Jahrzehnten schon hält sich hartnäckig der Mythos, dass das grüne Blattgemüse aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse ganz besonders hohe Mengen an diesem für die Blutbildung (rote Blutkörperchen) so wichtigen Spurenelement enthält. Dieses Argument und der Umstand, dass der bekannte Comic-Seemann Popeye seine sagenhafte Kraft dem zu etwa 90 Prozent aus Wasser bestehenden Gemüse zu verdanken hat, dienten und dienen ja bis heute oft dazu, Kinder dessen Genuss schmackhaft zu machen.
Die Wahrheit ist, wie man heute weiß, eine etwas andere. Zwar ist der ursprünglich aus Asien stammende Spinacia oleracea tatsächlich verhältnismäßig eisenreich, nimmt man andere Gemüsearten zum Vergleich, im Wettbewerb mit Fleisch und einigen Milchprodukten zieht er jedoch deutlich den Kürzeren. Was allerdings keineswegs heißt, dass man die vielseitige und schmackhafte Pflanze deshalb links liegen lassen sollte.
Spinat bietet sich mit seinem sehr geringen Kaloriengehalt von etwa 20/ 100 Gramm für eine ballast- und vitalstoffreiche Ernährung sowie für Diäten an. Das basische Gemüse wuchert außerdem mit Mineralien wie Kalium und Calcium, enthält außerordentlich viel beta-Carotin (pflanzliches Vitamin A) und bedeutende Mengen an Vitamin C. Daneben sind im Spinat noch viele weitere Phytostoffe enthalten, die der Gesundheit dienlich sein können.
Naturheilkundlich wurde und wird Spinat übrigens als mild wirkendes Phytotherapeutikum bei Verdauungsstörungen wie Blähungen verwendet, seine Samen waren früher ein probates Abführmittel und wurden bei allerlei Entzündungen eingesetzt sowie bei Erkrankungen der Leber.

Zu beachten ist, dass das mittlerweile weltweit Verwendung findende Gemüse reichlich Nitrat enthält. Neueren Erkenntnissen zufolge könnte sich dieses zwar günstig auf die Muskelleistung auswirken, andererseits sollte man den Spinat genau deshalb nicht übermäßig lange lagern, da sich sonst dieses Nitrat durch Mitwirkung von Bakterien in das giftige Nitrit umwandelt.
Auch die Oxalsäure könnte sich theoretisch, wenn Spinat (wie auch Rhabarber, Mangold oder Grüner Tee) reichlich und regelmäßig verzehrt wird, als gesundheitlich ungünstig darstellen. Oxalsäure kann die Entstehung von Nierensteinen begünstigen und die Aufnahme der Mineralien Calcium, Eisen und Magnesium behindern.
Insgesamt bleibt der Spinat aber ein köstliches und vitalstoffreiches Gemüse, das nicht nur zu Fischstäbchen oder grünen Smoothies ganz hervorragend passt.

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