Zöliakie – wenn man kein Gluten verträgt

Zöliakie Zöliakie

Früher wurde eine Zöliakie oder Sprue eher selten festgestellt. Eigentlich sind es zwei Begriffe für dieselbe Erkrankung. Bei Kindern wird von Zöliakie, bei Erwachsenen von Sprue gesprochen, wenn eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten vorliegt. Als Reaktion entwickelt sich eine chronische Erkrankung des Dünndarms, da die Zotten der Darmwände bei jedem Kontakt mit Gluten geschädigt werden. Dadurch ist die Oberfläche des Dünndarms ständig entzündet, die Darmschleimhaut verändert sich und der Körper kann immer weniger Nährstoffe aufnehmen. Je regelmäßiger das Getreideeiweiß aufgenommen wird, desto größer ist der Schleimhautschaden. Wenn die Zotten ganz verschwinden, wird von einer Zottenatrophie gesprochen.

Manche Menschen bekommen Durchfall, andere einen Blähbauch, wieder andere reagieren mit Zeichen einer Mangelernährung. Die Symptome sind so unterschiedlich und schillernd, dass Ärzte bereits von dem Chamäleon unter den Krankheiten sprechen. Die Vielfältigkeit der Beschwerden führt dazu, dass viele Patienten eine Odyssee durch die verschiedensten Arztpraxen durchmachen, bis die Diagnose feststeht.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Bild der Problematik rund um das Gluten in der Sichtweise der Naturheilkunde verändert. Es gibt offenbar weit mehr Menschen, die nicht unter einer echten Zöliakie oder Sprue, sondern „nur“ unter einer Glutenunverträglichkeit leiden. Offenbar vertragen viele Menschen die Eiweißbestandteile Gliadin und Glutenin nicht.

Verschiedenste Beschwerden und Krankheiten werden inzwischen mit Gluten in Verbindung gebracht, zum Beispiel:

  • chronische Leberentzündung (Hepatitis)

  • Eisenmangel

  • unterentwickelter Zahnschmelz

  • Gelenkbeschwerden

  • Osteoporose

  • neuropsychiatrische Veränderungen

  • chronische Müdigkeit und Depressionen

  • Knochenschmerzen

  • Zungenbrennen

  • ungewollte Kinderlosigkeit

Wenn die Ursache nicht festgestellt wird, kann es langfristig sogar zu Spätfolgen wie Krebserkrankungen kommen.

Die Therapie dieser schillernden Erkrankungen ist klar, aber deshalb im Alltag keinesfalls einfach: der Verzicht auf Gluten. Lebensmittel, die Weizen, Roggen, Dinkel und Co enthalten, sind tabu. Positiv ausgedrückt sind Kohlehydratlieferanten wie Reis, Buchweizen, Mais, Amaranth, Kastanie, Hirse oder Quinoa erlaubt.

Bild: ddsign_stock, bigstock

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